Ab in den Urlaub?!

So viele Urlaubstage stehen dir zu

Du hast gerade erst die Ausbildung begonnen und denkst schon an Urlaub? Na klar! Das muss dir nicht unangenehm sein, denn nach §3 des Bundesurlaubsgesetzes hat jeder Azubi Anspruch auf Urlaub. Die Anzahl deiner Urlaubstage pro Kalenderjahr steht in deinem Ausbildungsvertrag - und du bist auch verpflichtet, sie zu nehmen.

  • Vertraglicher und gesetzlicher Urlaub: Das Bundesurlaubsgesetz schreibt das Mindestmaß an Urlaub für Arbeitnehmer vor, den gesetzlichen Urlaub. Besser bist du mit dem vertraglichen Urlaub dran, denn der sichert dir meist mehr Urlaubstage zu.
     
  • Werktage und Arbeitstage: Sind nicht dasselbe. Ein Werktag ist jeder Tag im Jahr, der weder Sonntag noch Feiertag ist - gemeint sind die Wochentage von Montag bis Samstag. Das heißt: Für 1 Woche Urlaub brauchst du 6 Werktage. Arbeitstag ist jeder Tag, an dem du eine Leistung für den Arbeitgeber erbringen musst - gemeint sind die 5 Tage von Montag bis Freitag. Das heißt: Für 1 Urlaubswoche brauchst du 5 Arbeitstage.
     
  • Minderjährige Azubis: Die Anzahl der Urlaubstage hängt vom Alter ab. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz müssen Jugendliche unter 16 Jahren mindestens 30 Werktage bekommen, wer unter 17 ist mindestens 27 Werktage und wer unter 18 ist mindestens 25 Werktage.
     
  • Volljährige Azubis: Wer älter als 18 Jahre ist, hat Anspruch auf mindestens 24 Werktage Urlaub - also mindestens 4 Wochen im Jahr.
     
  • Probezeit: Obwohl du erst nach 6 Monaten vollen Anspruch auf deine Urlaubstage hast und in Probezeit eigentlich kein Urlaub gewährt wird, läuft das in der Praxis oft anders. Viele Ausbildungen beginnen im Herbst und etliche Arbeitgeber schließen über Weihnachten, was bedeutet, dass du dann sogar Urlaub nehmen musst.
     
  • Urlaubsantrag: Frühzeitig ansprechen, schriftlich stellen, kopieren, die Abgabe schriftlich bestätigen lassen und um eine schriftliche Urlaubsgenehmigung bitten! Reagiert der Arbeitgeber innerhalb eines Monats nicht, dann gilt dein Urlaub als genehmigt. Der Ausbilder darf dir den Urlaub nur im Fall von wichtigen sozialen Gründen (wie Vorrang von Mitarbeitern mit Kindern) oder betrieblichen Gründen (wie feststehender Betriebsurlaub) verweigern. Ein genehmigter Urlaub darf nicht mehr kurzfristig gestrichen werden und dein Ausbilder darf dich auch nicht aus dem Urlaub zurückrufen. Wichtig: Niemals unangekündigt in den Urlaub fahren - das ist ein Kündigungsgrund!
     
  • Zeitpunkt: Da Urlaub nur für die Arbeit im Betrieb und nicht für den Berufsschulunterricht verwendet werden kann, macht es Sinn, ihn in den Schulferien zu nehmen. Mindestens 2 Wochen musst du auch am Stück bekommen. Fällt dein Urlaub in die Berufsschulzeit, muss dir für jeden Schultag ein weiterer Urlaubstag gewährt werden.
     
  • Gehalt: Im Urlaub wird deine Ausbildungsvergütung ganz normal weitergezahlt. Zusätzliches Urlaubsgeld bekommst du nur, wenn dies vertraglich geregelt ist (im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag).
     
  • Krankheit: Hast du Pech und wirst im Urlaub krank, dann zählen diese Tage als Krankheitstage und nicht als Urlaubstage. Voraussetzung ist jedoch, dass du sofort deinen Arbeitgeber informierst und ein ärztliches Attest schickst.
     
  • Zusätzliche Urlaube: Erholungsurlaub wird der "normale" Urlaub genannt. Es gibt aber auch zusätzliche Urlaubstage für Sonderurlaub (Umzug, Gerichtstermin, Tod, Geburt, krankes Kind), Bildungsurlaub (meist 5 Tage), Mutterschaftsurlaub oder Erziehungsurlaub.
     
  • Auszahlung: Die Auszahlung von Urlaub ist eigentlich nicht erlaubt, außer, wenn am Ende deiner Ausbildung noch Urlaubstage übrig sind.
Michaela Strassmair

Michaela Strassmair

Michaela Strassmair schmiss ihr BWL-Studium nach dem 4. Semester und tat zum Entsetzen aller, was sie wirklich interessierte: die brotlose Kunst Ethnologie zu studieren. Nach diversen journalistischen Praktika hatte sie ihr erstes Vorstellungsgespräch. Der Ort war so ungewöhnlich wie der Ablauf: Weil der Firmenchef Mitglied in einem Golfclub in der Nähe ihres Wohnortes war, schlug er als Treffpunkt das Golf-Restaurant vor. Als er nach wenigen Fragen meinte, ob sie schon morgen anfangen könne und was sie verdienen wolle, verschlug es ihr die Sprache. Darauf war sie nicht vorbereitet, denn sie hatte nach dem Magister-Abschluss eigentlich eine große Asien-Reise geplant. Statt die größte Tempelanlage der Welt in Kambodscha zu erkunden, ergriff sie die Chance und baute die Funsport-Seiten von sport.de auf. Sportlich ging es dann als rasende Reporterin bei der Süddeutschen Zeitung weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft als Fotografin. Danach sprang sie in die Selbstständigkeit und spezialisierte sich auf die Themengebiete Reise, Ratgeber und Bildung.