Deine Arbeitszeit

So viel musst du arbeiten

Du hast das Gefühl, dass du viel zu lange arbeiten musst und dein Chef will noch mehr? Die Zeit, die du jeden Tag im Betrieb verbringst, nennt man Arbeitszeit - und die ist per Gesetz genau geregelt und steht in deinem Arbeitsvertrag. Egal ob du noch minderjährig oder schon über 18 Jahre alt bist.

Für Jugendliche, die jünger als 18 sind, gilt:

  • Arbeitszeit: Für Minderjährige schreibt das Jugendarbeitsschutzgesetz vor, dass sie maximal 8 Stunden täglich und 40 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Arbeitest du an einzelnen Tagen weniger, kann dies ausgeglichen werden mit 8,5 Stunden an anderen Tagen. Zwischen Arbeitsende und -beginn müssen immer mindestens 12 Stunden liegen. In der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens darfst du nicht beschäftigt werden; Ausnahmen: Bäckereien, Konditoreien, Gastronomie, Krankenhäuser und Schichtbetrieb. Grundsätzlich gilt die 5-Tage-Woche.
     
  • Pausen: Zählen nicht zur Arbeitszeit, sind aber genau festgelegt. Eine halbe Stunde steht dir zu bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden. Ist die Arbeitszeit länger, dann darfst du mindestens eine Stunde Pause machen.
     
  • Berufsschule: Die Zeiten, die du in der Berufsschule verbringst, werden auf deine Arbeitszeit angerechnet. Ein Schultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden entspricht 8 Arbeitsstunden - aber nur einmal pro Woche. Beim 2. Berufsschultag wird nur die Unterrichtszeit samt Pausen angerechnet. Blockunterricht mit mindestens 25 Stunden pro Woche zählt wie 40 Stunden Arbeitszeit. Beginnt die Berufsschule um 9 Uhr, darfst du vorher nicht arbeiten.

Für Volljährige, die älter als 18 sind, gilt:

  • Arbeitszeit: Für Volljährige liegt die tatsächliche Höchstarbeitszeit bei 8 Stunden (kann zeitweise auf 10 Stunden verlängert werden). An 6 Tagen pro Woche darfst du durchschnittlich 48 Stunden arbeiten, der Samstag ist also ein normaler Werktag. In bestimmten Branchen kannst du sogar an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wofür dir aber ein Ersatzruhetag zusteht. Zwischen Arbeitsende und -beginn müssen immer mindestens 11 Stunden liegen.
     
  • Pausen: Zählen nicht zur Arbeitszeit, sind aber genau festgelegt - du darfst nicht länger als 6 Stunden ohne Ruhepause beschäftigt werden. Eine halbe Stunde steht dir zu bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden. Bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit darfst du mindestens 46 Minuten pausieren.
     
  • Berufsschule: Auch wenn du nicht mehr schulpflichtig bist, muss dich dein Arbeitgeber für die Berufsschule freistellen. Die Anrechnung der Unterrichtsstunden auf die Arbeitszeit ist kompliziert, da die Freistellung nur möglich ist, wenn sich Unterrichtszeiten und Ausbildungszeit überschneiden. Das heißt: Beginnt die Berufsschule, wenn dein Betrieb noch nicht geöffnet hat, dann erfolgt keine Anrechung.
     
  • Arbeiten vor und nach dem Berufsschulunterricht: Dein Ausbilder will, dass du nach der Berufsschule noch in den Betrieb kommst? Das darf er nur, wenn nach Abzug der täglichen Arbeitszeit von der Unterrichtszeit und der Anrechnung der Wegzeit noch mehr als 30 Minuten im Betrieb übrig bleiben. Beginnt die Berufsschule um 9 Uhr, darfst du vorher nicht arbeiten.
     
  • Überstunden: Als Azubi nur freiwillig und mit Ausgleich! Also nichts mit unbezahlten Überstunden, sondern diese auszahlen oder in Freizeit ausgleichen lassen.
     
  • Minusstunden: Schickt dich dein Ausbilder nach Hause, weil nichts mehr zu tun ist, dann gilt das als bezahlte Freistellung und nicht als Minusstunden.
Michaela Strassmair

Michaela Strassmair

Michaela Strassmair schmiss ihr BWL-Studium nach dem 4. Semester und tat zum Entsetzen aller, was sie wirklich interessierte: die brotlose Kunst Ethnologie zu studieren. Nach diversen journalistischen Praktika hatte sie ihr erstes Vorstellungsgespräch. Der Ort war so ungewöhnlich wie der Ablauf: Weil der Firmenchef Mitglied in einem Golfclub in der Nähe ihres Wohnortes war, schlug er als Treffpunkt das Golf-Restaurant vor. Als er nach wenigen Fragen meinte, ob sie schon morgen anfangen könne und was sie verdienen wolle, verschlug es ihr die Sprache. Darauf war sie nicht vorbereitet, denn sie hatte nach dem Magister-Abschluss eigentlich eine große Asien-Reise geplant. Statt die größte Tempelanlage der Welt in Kambodscha zu erkunden, ergriff sie die Chance und baute die Funsport-Seiten von sport.de auf. Sportlich ging es dann als rasende Reporterin bei der Süddeutschen Zeitung weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft als Fotografin. Danach sprang sie in die Selbstständigkeit und spezialisierte sich auf die Themengebiete Reise, Ratgeber und Bildung.