Es läuft nicht gut?

So rettest du deine Ausbildung

Du warst motiviert bis in die Haarspitzen, aber plötzlich ereignen sich Dinge, die dir komplett den Spaß an der Ausbildung verleiden. In diesen Fällen gibt es nur eines: Kopf nicht hängen lassen, sondern gut überlegen und handeln - schließlich willst du nicht nur etwas lernen, sondern auch eine gute Zeit haben.

Keine Sorge, das kommt häufiger vor, als du denkst:

  • Ausbildungsplatzwechsel: Ist es wirklich unzumutbar für dich, im Betrieb zu bleiben? Dann warte nicht bis kurz vor der Abschlussprüfung, sondern wechsle bald den Ausbildungsplatz, um die Ausbildung ohne Zeitverlust in einem anderen Unternehmen fortzusetzen. Allerdings hast du dort auch wieder eine Probezeit von vier Monaten. Wichtig: Bewerben, solange du noch einen Ausbildungsplatz und nur positive Gründe für deinen Wechselwunsch angeben.
     
  • Mobbing: Konflikte und Reibereien am Arbeitsplatz kommen überall vor, sind aber längst noch kein Mobbing. Leidest du jedoch unter ständigen Beleidigungen, unbegründeter Kritik, wirst bedroht, bei der Arbeit behindert oder gar sexuell belästigt, dann musst du handeln. Sei mutig und sprich mit einer Person deines Vertrauens über diese Probleme. Dann führst du ein Tagebuch über die Vorkommnisse und wendest dich an den Betriebsrat, der dazu da ist, bei Problemen zu helfen. Oft gibt es auch eine Jugendvertretung, die dich beispielsweise zu schwierigen Gesprächen begleitet.
     
  • Schlechte Ausbildungsqualität: Du wirst ständig zum Kaffeekochen oder Kopieren abkommandiert, der Ausbilder ist selten anwesend und du hast das Gefühl, nichts zu lernen? Dann besorge dir einen Ausbildungsrahmenplan, den es für jeden Beruf gibt. Dort ist festgelegt, was du lernen sollst. Eigentlich sollte dieser an deinen Ausbildungsvertrag angehängt sein. In deinem Berichtsheft notierst du all das, was dich unzufrieden macht. Unterschreibt der Ausbilder nicht, dann hole dir Hilfe beim Betriebsrat.
     
  • Abmahnung: Du bist geschockt, denn deine Leistung oder dein Verhalten entsprechen offensichtlich nicht den Vorstellungen deines Ausbilders - du hast eine Abmahnung bekommen. In dieser muss stehen, welche Pflichtverletzung man dir vorwirft und dass dir gekündigt wird, wenn du dein Verhalten oder deine Leistung nicht änderst. Eine Abmahnung darf nicht im Arbeitszeugnis erwähnt werden. Du solltest sie aber ernst nehmen und die Chance nutzen, dazuzulernen. Findest du die Abmahnung nicht gerechtfertigt, kannst du deinem Ausbilder eine schriftliche Gegendarstellung schreiben.
     
  • Kündigung: In der Probezeit (in der Regel 4 Monate) kann dir jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne Kündigungsfrist schriftlich gekündigt werden. Nach der Probezeit kann dir nur fristlos gekündigt werden, wenn folgende Gründe vorliegen: Diebstahl, mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit, wiederholtes Schwänzen der Berufsschule, häufiges Zuspätkommen, trotz Aufforderung nicht schriftlich geführte Ausbildungsnachweise oder eigenständiger Urlaubsantritt. Drei Wochen lang kannst du der Kündigung widersprechen - hole dir zuvor Unterstützung beim Betriebsrat oder Beratungsstellen. Man kann nämlich auch eine Schlichtung beantragen.
Michaela Strassmair

Michaela Strassmair

Michaela Strassmair schmiss ihr BWL-Studium nach dem 4. Semester und tat zum Entsetzen aller, was sie wirklich interessierte: die brotlose Kunst Ethnologie zu studieren. Nach diversen journalistischen Praktika hatte sie ihr erstes Vorstellungsgespräch. Der Ort war so ungewöhnlich wie der Ablauf: Weil der Firmenchef Mitglied in einem Golfclub in der Nähe ihres Wohnortes war, schlug er als Treffpunkt das Golf-Restaurant vor. Als er nach wenigen Fragen meinte, ob sie schon morgen anfangen könne und was sie verdienen wolle, verschlug es ihr die Sprache. Darauf war sie nicht vorbereitet, denn sie hatte nach dem Magister-Abschluss eigentlich eine große Asien-Reise geplant. Statt die größte Tempelanlage der Welt in Kambodscha zu erkunden, ergriff sie die Chance und baute die Funsport-Seiten von sport.de auf. Sportlich ging es dann als rasende Reporterin bei der Süddeutschen Zeitung weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft als Fotografin. Danach sprang sie in die Selbstständigkeit und spezialisierte sich auf die Themengebiete Reise, Ratgeber und Bildung.