Was ist wichtig beim Ausbildungsvertrag?

Darauf musst du achten

Gratulation, dein Bewerbungsgespräch ist gut gelaufen, du bekommst die Lehrstelle und nun steht der Ausbildungsvertrag an. Was muss in dem Vertrag stehen? Welche Rechten und Pflichten haben die Vertragspartner?

  • Zeitpunkt: Vor Beginn der Ausbildung muss der Ausbildungsvertrag schriftlich geschlossen werden. Er gilt nur, wenn er von beiden Parteien, also dem Azubi und dem Ausbildungsbetrieb unterschrieben ist. Wenn du noch nicht volljährig bist, dann müssen deine Eltern unterschreiben. Du bekommst ein Exemplar des Vertrags mit nach Hause.
     
  • Diese Punkte müssen im Vertrag stehen:
    - Ziel der Berufsausbildung mit sachlicher und zeitlicher Gliederung
    - Berufstätigkeit, für die ausgebildet wird
    - Beginn und Dauer der Ausbildung
    - Ausbildungsort und Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
    - Dauer der täglichen Arbeitszeit
    - Dauer der Probezeit
    - Höhe und Zahlung der Ausbildungsvergütung
    - Dauer des Urlaubs
    - Voraussetzungen für eine Kündigung
    - Hinweis auf geltende Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen
     
  • Ausbildungsrahmenplan: Ein betrieblicher Ausbildungsplan sollte deinem Vertrag unbedingt angehängt sein.
     
  • Diese Punkte sind ungültig: Steht in dem Vertrag, dass du nach Ende der Ausbildung verpflichtet bist, in deinem Betrieb weiterzuarbeiten oder dass es dir verboten ist, deinen Beruf bei der Konkurrenz auszuüben oder dass du etwas für die Ausbildung zahlen musst oder gar, dass dich Vertragsstrafen erwarten, wenn du kündigst oder auch Schadenersatzansprüche, dann mache dir keine Sorgen. Denn diese Angaben sind nach §12 Berufsbildungsgesetz ungültig.
     
  • Tipps: Erbitte dir ein paar Minuten Zeit, um den Vertrag vor dem Unterschreiben genau durchzulesen. Verstehst du bei dem Juristendeutsch etwas nicht, dann frage sofort nach. Oder lasse das Papier von der Gewerkschaft prüfen. Nach der Unterschrift muss dein Betrieb den Vertrag an die zuständige Kammer schicken, die prüft, ob er den gesetzlichen Anforderungen und Regelungen entspricht und ihn in ihr Verzeichnis einträgt. Den abgestempelten Vertrag erhältst du dann von deinem Ausbilder.
     
  • Mustervertrag: Hier findest du einen Mustervertrag vom Bundesinstitut für Berufsbildung, an dem du dich orientieren kannst: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/HA115.pdf 
Michaela Strassmair

Michaela Strassmair

Michaela Strassmair schmiss ihr BWL-Studium nach dem 4. Semester und tat zum Entsetzen aller, was sie wirklich interessierte: die brotlose Kunst Ethnologie zu studieren. Nach diversen journalistischen Praktika hatte sie ihr erstes Vorstellungsgespräch. Der Ort war so ungewöhnlich wie der Ablauf: Weil der Firmenchef Mitglied in einem Golfclub in der Nähe ihres Wohnortes war, schlug er als Treffpunkt das Golf-Restaurant vor. Als er nach wenigen Fragen meinte, ob sie schon morgen anfangen könne und was sie verdienen wolle, verschlug es ihr die Sprache. Darauf war sie nicht vorbereitet, denn sie hatte nach dem Magister-Abschluss eigentlich eine große Asien-Reise geplant. Statt die größte Tempelanlage der Welt in Kambodscha zu erkunden, ergriff sie die Chance und baute die Funsport-Seiten von sport.de auf. Sportlich ging es dann als rasende Reporterin bei der Süddeutschen Zeitung weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft als Fotografin. Danach sprang sie in die Selbstständigkeit und spezialisierte sich auf die Themengebiete Reise, Ratgeber und Bildung.