Was passiert hier eigentlich?

So läuft ein Vorstellungsgespräch ab

Du bist kurz vor dem Ziel: Auf das Vorstellungsgespräch hast du dich gut vorbereitet und musst jetzt nur noch vor den Augen deiner zukünftigen Chefs performen - und in wenigen Minuten einen guten Eindruck hinterlassen. Das ist einfacher, wenn du die typischen Phasen eines Jobinterviews kennst.

So läuft ein Vorstellungsgespräch ab:

  • Smalltalk: Plaudern über Alltäglichkeiten gehört zu den Begrüßungsritualen wie ein fester Händedruck und das Zuweisen deines Sitzplatzes. Der Smalltalk ist deine Chance, denn der erste Eindruck zählt. Lächeln nicht vergessen! Personaler beginnen oft mit Fragen: „Wie war die Anreise? Haben Sie gleich hergefunden?“ Antworte darauf kurz, freundlich, positiv und bleibe natürlich. Beim Smalltalk darfst du auch zugeben, dass du ein wenig nervös bist.
     
  • Kennenlernen: Alle sitzen, das ernsthafte Gespräch beginnt. Denke an deine Körpersprache, sitze aufrecht und antworte mit ruhiger, fester Stimme in gemäßigtem Tempo. Meist beginnt diese Phase mit der Aufforderung „Erzählen Sie doch etwas über sich!“
     
  • Selbstpräsentation: Jetzt musst du dich persönlich vorstellen. Deine Chance, zu zeigen, warum du der optimale Kandidat für das Unternehmen bist. Sei auch auf Fragen zu deinen Stärken und Schwächen gefasst, die du anhand der zu Hause erstellten Liste locker beantworten kannst.
     
  • Unternehmensvorstellung: Dein Gegenüber wird auch das Unternehmen vorstellen und die von dir begehrte Stelle. Jetzt ist aktives Zuhören angesagt. Blicke in seine Augen, nicke zustimmend und frage nach - das signalisiert Interesse. Konzentriere dich, auch wenn du das alles bei der Vorbereitung schon gelesen hast, es können spontane Fragen kommen.
     
  • Rückfragen: Jetzt bist du wieder an der Reihe Fragen zustellen. Deine Chance, noch mehr über das Unternehmen und den vielleicht künftigen Job zu erfahren. Während des Gesprächs sind dir sicher ein paar Dinge aufgefallen, ansonsten greife auf Fragen zurück, die du dir vorher überlegt hast: Wie groß ist die Abteilung, in der du arbeiten sollst? Wie sieht deine Ausbildung ganz konkret aus?
     
  • Schlussphase: Ein Jobinterview dauert durchschnittlich 45 Minuten. Kündigt der Personaler das Ende des Gesprächs an, kannst du dich noch über den weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses erkundigen. Wann meldet sich die Firma bei dir? Sind noch weitere Gespräche geplant, falls du in die nähere Auswahl rückst? Bedanke dich anschließend für das Gespräch und bekräftige nochmals dein Interesse.
     
  • Die Zeit danach: Klar, du bist neugierig und wartest jeden Tag auf Rückmeldung. Meldet sich das Unternehmen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt, dann gedulde dich noch eine Woche, bevor du nachfragst.
Michaela Strassmair

Michaela Strassmair

Michaela Strassmair schmiss ihr BWL-Studium nach dem 4. Semester und tat zum Entsetzen aller, was sie wirklich interessierte: die brotlose Kunst Ethnologie zu studieren. Nach diversen journalistischen Praktika hatte sie ihr erstes Vorstellungsgespräch. Der Ort war so ungewöhnlich wie der Ablauf: Weil der Firmenchef Mitglied in einem Golfclub in der Nähe ihres Wohnortes war, schlug er als Treffpunkt das Golf-Restaurant vor. Als er nach wenigen Fragen meinte, ob sie schon morgen anfangen könne und was sie verdienen wolle, verschlug es ihr die Sprache. Darauf war sie nicht vorbereitet, denn sie hatte nach dem Magister-Abschluss eigentlich eine große Asien-Reise geplant. Statt die größte Tempelanlage der Welt in Kambodscha zu erkunden, ergriff sie die Chance und baute die Funsport-Seiten von sport.de auf. Sportlich ging es dann als rasende Reporterin bei der Süddeutschen Zeitung weiter zur Fußball-Weltmeisterschaft als Fotografin. Danach sprang sie in die Selbstständigkeit und spezialisierte sich auf die Themengebiete Reise, Ratgeber und Bildung.